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Die Geschichte des Plattenspielers

Lange Jahre für Tot geglaubt erfreut sich der Plattenspieler inzwischen wieder so großer Beliebtheit wie schon lange nicht mehr und der Aufwärtstrend geht Jahr für Jahr weiter nach oben.

Während die Kassette längst verschwunden ist und auch die CD immer mehr an Beliebtheit einbüßt, feiert der Plattenspieler sein großes Comeback.

Im Jahr 2017 lag der Umsatzanteil von Schallplatten am Weltmarkt bereits wieder bei 5,0%, damit sind Schallplatten die einzigen Physischen Tonträger die einen Umsatzzuwachs verzeichnen konnten.

Als echte Plattenspieler Fans brennen wir darauf dir die über 140 Jahre Entwicklung dieser unvergänglichen Technik näher zu bringen.


Aus diesem Grund haben wir die folgende Infografik angefertigt welche dir die Geschichte des Plattenspielers veranschaulichen soll.

 

Geschichte des Plattenspielers

Die Anfänge

Alles begann 1877 mit dem Allseits bekannten Erfinders Thomas Alva Edison, und seinem Phonographen. Bei diesem Gerät wurden noch Tonwalzen als Tonträger verwendet und im Gegensatz zum Plattenspieler konnte der Phonograph sogar aufzeichnen.

Das erste Gerät das mit einer schwarzen runden Scheibe arbeitete, in der Art wie wir sie heute kennen wurde genau 10 Jahre später vorgestellt. Der gebürtige deutsche Emil Berliner lies 1887 sein Grammophon patentieren, er war es auch der den Begriff Schallplatte der bis heute verwendet wird prägte.

Als 1892 die Produktion der ersten Schallplatten startete wurden zuerst mit Nickel überzogene Kupferplatten verwendet, erst ab 1895 kam Schallack zum Einsatz.

Bei Schellack handelt es sich um die  Ausscheidungen der Lackschildlaus und im Gegensatz zur allgemeinen Annahme wurde der Namensgebende Schellack nur als Bindemittel verwendet. Die Hauptbestandteile der Platten waren Kohlenstaub, Gesteinsmehl sowie Tierhaare. Man mag sich kaum vorstellen wie viele Ausscheidungen für die Produktion benötigt wurden.

Auch heute ist Schellack ein beliebter Rohstoff für diverse Produkte wie Natur-Kosmetik, Medikamente, Lacke oder auch um Obst im Supermarkt schön glänzen zu lassen.

Weitere Verbesserungen folgten wie die erste beidseitige Platte 1904, der Elektromotor ab 1920 (bis Dato wurde ein Federwerk verwendet, wobei einmal Aufziehen für eine Platte reichte)  sowie der Elektrische Tonabnehmer 1926, wodurch es erstmals möglich war den Ton über eins der immer mehr in Mode kommenden Radios elektrisch zu verstärken .

Der Trend der Schellackplatten hielt bis 1948, in dem Jahr wurden die ersten Schallplatten aus Vinyl hergestellt, so wie wir sie auch heute noch leiben und verwenden. Edisons Phonograph hielt nicht solange durch, 1929 musste Edison aufgrund der Weltwirtschaftskrise die Produktion aller Tonträger einstellen. Zu diesem Zeitpunkt stellte er bereits auch Schellackplatten her. In Amerikanischen Büros hielt sich der Diktier-Phonograph allerdings noch bis in die 1950er Jahre.

 

Das Monopol, Tod und Wiedergeburt

Lange Zeit hatte der Plattenspieler keinerlei Konkurrenz, nach dem Ende des Edison Phonographen gab es mal abgesehen vom Tonband nur diese Möglichkeit eine Musikaufzeichnung zu genießen. Erst 1963 änderte sich das mit dem erschienen der Kompaktkassette, sie beendete das über 60 Jahre bestehende Monopol der Schallplatte.

Die 1982 auf den Markt gekommene Compact Laser Disc versetzte dem Plattenspieler dann den Todesstoß. Und so verschwand die Schallplatte nach und nach fast gänzlich aus den Regalen, in den 1990er Jahre waren die Verkaufszahlen nur noch verschwindend gering. Auch der Versuch Anfang der 90er einen Laserplattenspieler auf den Markt zu bringen scheiterte kläglich, von diesen Geräten wurden bis 2011 nur zirka 1800 Stück verkauft, was möglicherweise am Anschaffungspreis von 35000DM lag.

Die Schallplatte galt als Tot und niemand hätte zu jener Zeit mit einem Comeback gerechnet. Aber eine kleine Gruppe hartnäckiger Plattenliebhaber hielt an der inzwischen altertümlichen Technik fest.

Und so kam es das seit ein paar Jahren wieder stetig Ansteigende Verkaufszahlen verzeichnet werden können. 2005 wurden noch ca. 100000 Platten verkauft, im Folgejahr bereits 170000, Tendenz weiter Steigend. 2017 knackte die Schallplatte die „5% Hürde“ des Umsatzes der Physischen Tonträger, während die CD immer weiter an Beliebtheit verliert und längst keiner mehr an Kassetten denkt.

Längst in Kellern vergessene und verstaubte Plattenpressen arbeiten inzwischen wieder auf Hochtouren um die Nachfrage der Kunden zu befriedigen.

Womöglich liegt es am Allgemeinen Retro-Trend der seit einigen Jahren umgeht, wer weiß. Aber wir glauben dass die Platte nie wieder so in der Senkung verschwinden wird wie einst.

 

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